Die Diskussion um die Abschaffung der Halbjahreszeugnisse kann nicht losgelöst von der stetigen Zunahme der Arbeitsbelastung an Grundschulen betrachtet werden. Diese Belastung wird durch die Zunahme von Langzeiterkrankungen (siehe dazu Bericht der BARMER) deutlich.
Die in Grundschulen mit viel Aufwand eingeführte neue Praxis der Dokumentation von Schülerleistungen führt dazu, dass neben der langjährigen Praxis der Bewertung jetzt auch viel mehr Prozesse der Lernbegleitung in den Fokus rücken. Die Steuerungsfunktion der Leistungsbewertung spiegelt sich darin wider, dass Eltern und Lehrkräfte Entscheidungen über Maßnahmen der individuellen Förderung und der individuellen Anpassung von Leistungsanforderungen zur Vorbereitung von Versetzungs- oder Übergangsentscheidungen treffen.
Das Bildungsministerium hat vor wenigen Tagen den Lehrkräften in Sachsen-Anhalt angeboten, einen Teil der Überstunden weit unter Wert abzukaufen. Die Lehrkräfte sollen im Gegenzug dafür auf den ihnen zustehenden Freizeitausgleich verzichten. Dieses Angebot verdeutlicht zum einen die enorme Not bei der Unterrichtsversorgung des Landes, zum anderen wird deutlich, was von der immer wieder behaupteten hohen Wertschätzung des Bildungsministers von der Arbeit der Lehrkräfte zu halten ist: Nichts.
Am heutigen Internationalen Tag der Lehrerin und des Lehrers mahnt die GEW Sachsen-Anhalt die Landesregierung an, sich quantitativ und qualitativ stärker bei der Ausbildung neuer Lehrkräfte zu engagieren. Nach allen Prognosen wird der bisherige Ausbau an den Universitäten langfristig nicht ausreichen.
Die GEW Sachsen-Anhalt lädt Lehrkräfte und Interessierte am Sonntag, dem 28. Oktober 2018, um 11 Uhr zur Vorpremiere des Films „Der Trafikant“ in das Hallenser CinemaxX-Kino (Charlottenstraße 8) ein.
Nach den heute vom Bildungsministerium Sachsen-Anhalt vorgelegten Zahlen ist die offizielle Unterrichtsversorgung im Land auf unter 100 Prozent abgestürzt. Das Hauptproblem liegt immer noch in der mangelhaften personellen Ausstattung der Schulen. Die GEW Sachsen-Anhalt sieht daher weiter dringenden Bedarf – und auch Möglichkeiten – bedeutend mehr Lehrkräfte zu gewinnen.